WWF-Sommertipps, Teil II: Gutes Grillen will gelernt sein
Ein Blick auf die Einkaufliste für einen gemütlichen Freiluft-Abend
mit Freunden: Grillkohle, Grillgut, Grillanzünder. Und was kann man
dabei für die Umwelt tun? Einiges! Der WWF gibt wertvolle Tipps fürs
ökologische Grillen.
Das Feuer
Statt Holzkohle aus Tropenwald-Raubbau zu verwenden, empfiehlt der
WWF, beim Kauf der Grillkohle auf das Siegel des Forest Stewardship
Council (FSC) zu achten. Das FSC-Siegel ist das einzige internationale
Zertifikat, das gewährleistet, dass alle Rohstoffe aus nachhaltiger
Waldbewirtschaftung stammen. FSC-Holzkohle ist in sehr vielen
Baumärkten, Supermärkten und an Tankstellen erhältlich. Und dem
Geldbeutel schadet es nicht: Die Ökokohle ist nicht teurer als Produkte
ohne Nachhaltigkeitsgarantie. „Die richtige Grillkohle zu kaufen tut
keinem weh“, so Johannes Zahnen, Forstexperte beim WWF. Er ist sich
sicher: „Für sein gegrilltes Steak will doch niemand unnötig Wälder
abfackeln.“
Auch bei der Wahl des Grillanzünders kann auf die Umwelt geachtet
werden. Zum Anfeuern empfiehlt der WWF, statt übel riechender
chemischer Brandbeschleuniger einen Kaminanzünder zu verwenden. Dieser
ist auf Basis nachwachsender Rohstoffe aus reiner Holzfaser mit Wachs
getränkt. Bei der Herstellung werden keine chemischen oder
synthetischen Komponenten benutzt. Der Anzünder ist unter anderem im
Baumarkt zu finden, und mit etwas brennendem Papier bringt man die
Kohle sehr schnell zum Glühen. Die positiven Nebeneffekte: Die im Holz
befindlichen ätherischen Öle riechen angenehm und halten Insekten fern.
Leckereien mit Öko-Biss
Beim Grillgut sollte der Verbraucher sehr genau hinausschauen. Der
Tipp vom WWF: Auf Bio-Siegel achten und auf Produkte aus der Region
zurückgreifen. Brasilianisches Rindfleisch zum Beispiel muss nicht
sein: Die Vernichtung der Amazonas-Wälder in Brasilien geht zu rund 70
Prozent auf die Umwandlung in endlose Weideflächen für Rinder zurück.
Und die Soja-Industrie rückt nach, übernimmt die Weideflächen und
drängt wiederum die Rinderfarmer weiter in den Regenwald. Soja wird in
Europa zum größten Teil als Futter für Mastvieh verwendet – und damit
wieder für die Fleischproduktion.
Ein bewusster oder geringerer Fleischkonsum in Europa kann daher
wichtige Signale senden: Muss es unbedingt ein brasilianisches Steak
sein? Will ich wirklich ein Schweineschnitzel aus der Massentierhaltung
– und damit höchstwahrscheinlich aus Sojafütterung? Oder bevorzuge ich
Fleisch aus regionaler Bio-Haltung? Komme ich gar mit weit weniger
Fleisch aus? Gemüse wie zum Beispiel Auberginen oder Paprika,
beträufelt mit etwas Öl und Gewürzen ist gegrillt besonders
schmackhaft. Exotische Rezepte mit gegrilltem Obst und Gemüse und
speziellen Marinaden werden immer beliebter.
Bei der richtigen Fischauswahl hilft der WWF-Fischführer
Bei Fisch sollte außerdem auf das Siegel des Marine Stewardship
Council (MSC) geachtet werden. Das Logo garantiert: Dieser Fisch wurde
umweltverträglich gefangen.
Das Drumherum
Perfektioniert wird der Öko-Grill mit dem passenden Grillzubehör:
Fleisch, Fisch, Gemüse und Kartoffeln sind auf Bratplatten aus Metall
oder Speckstein besonders gut aufgehoben. Wer die Köstlichkeiten
sorgfältig aufspießt und über dem Feuer dreht, sorgt am besten dafür,
dass das Grillgut nicht verkohlt oder in die Glut fällt. Austretendes
Fett sollte nicht in die Glut geraten, da der entstehende Rauch giftige
Substanzen enthalten kann.
Beim Kauf von Garten- und Balkonmöbeln kann man ebenfalls zum
Umweltschutz beitragen: Stühle, Tische und Bänke oder sogar Hängematten
aus Holz gibt es auch mit FSC-Siegel. Die ökologisch beste Wahl trifft,
wer Gartenmöbel aus heimischen Hölzern wie Eiche und Lärche wählt –
auch hier aber nur mit FSC-Logo. Die Transportwege und der damit
verbundene Schadstoffausstoß sind um ein Vielfaches geringer als beim
Import von Tropenhölzern. Stehen die Möbel dann im Garten oder auf der
Terrasse, kommt es auf die richtige Pflege an: Alle Holzarten, darunter
auch Eiche, Kiefer und Lärche, „leben“ und sind nur bedingt wetterfest.
Sie vertragen keine andauernde Feuchtigkeit und sollten deshalb mit
natürlichen Ölen oder Wachsen widerstandsfähiger gemacht und vor
„nassen Füßen“ geschützt werden. Dann halten sie auch schlechter
Witterung lange stand.
Viel Spaß und guten Appetit beim umweltfreundlichen Grillen!
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