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Welche Auswirkungen hat meine Urlaubsreise auf das Reiseland? Wie
sehr belastet meine Reise das ökologische Gleichgewicht unserer
Erde? Was bleibt Land und Leuten, wenn ich wieder weg
bin?
Massentourismus bedeutet meist hohen Energie- und
Landschaftsverbrauch und hat daher schädliche Einflüsse auf
das Urlaubsland. Deshalb stellen sich Reisende zunehmend solche und
mehr Fragen und suchen nach Möglichkeiten für nachhaltiges
Reisen.
Was ist nachhaltiges Reisen?
O
Ökologisch gerecht - Natur und Umwelt soll geschont werden. O
Sozial und ethisch gerecht - Die Menschen und die Kultur des
Reiselandes müssen respektiert werden. O Gerecht und sinnvoll
- Bestehende Strukturen vor Ort müssen unterstützt werden
(Nutzung des vorhandenen öffentlichen Verkehrsnetzes, Zahlung
fairer Löhne usw.)
Einige alternative Reiseveranstalter
haben sich bereits freiwillige Beschränkungen auferlegt, um
nachhaltiges Reisen zu gewährleisten, so z. B. die rund 140
Veranstalter, die im Verband „forum anders reisen"
zusammengeschlossen sind. Transport soll möglichst
umweltschonend geschehen, so werden Flugreisen nur für
Fernreisen und nur mit entsprechend langem Aufenthalt angeboten. Bei
den Unterkünften werden sinnvolle Abfallkonzepte und geringer
Energieverbrauch beachtet bzw. die Verwendung erneuerbarer Energien,
ebenso der Einsatz regionaler Produkte in der Küche. Die Kultur
vor Ort wird in den Urlaub mit einbezogen.
Nachhaltiger
Tourismus muss nicht teuer sein. Man muss seinen Kopf ja nicht im
exklusiven Viersternehotel zur Ruhe betten. In jedem Land gibt es
günstige Übernachtungsmöglichkeiten, die zudem mehr
Nähe zu Land und Leuten schaffen. In einer familiengeführten
Pension oder gar bei spartanischer Nächtigung im armen
Bauerndorf lässt sich die Kultur des Landes viel intensiver
erleben. Im Übrigen sind die meisten Kunden durchaus bereit,
mehr Geld auszugeben für eine außergewöhnliche und
attraktive Reise, wenn sie sicher sein können, dass das, was sie
in ihrem eigenen Geldbeutel sparen, nicht letztendlich von den
Menschen im Reiseland mit dem Verlust von Kultur und Umweltressourcen
teuer bezahlt werden muss.
Die vermehrte Nachfrage nach
sanftem Tourismus und nachhaltigem Reisen wird in Zukunft sicherlich
auch konventionelle Reiseveranstalter dazu bringen, stärker auf
Angebote zu setzen, die den Schutz der Natur ebenso garantieren wie
den Schutz gewachsener soziokultureller Strukturen. Doch wie kann der
Verbraucher sicher sein, dass die angebotene Reise auch wirklich
ökologische und sozial-ethische Kriterien berücksichtigt?
Reiseveranstalter versprechen gerne alles, was sich gut verkaufen
lässt. Was der Kunde letztendlich dafür erhält, steht
oft auf einem anderen Blatt.
Ein einheitliches Label, das
nachhaltigen Tourismus garantiert, gibt es leider nicht. Die
verschiedenen VISIT-Umweltzeichen für Unterkünfte wie die
europäische „Blaue Schwalbe", der italienische „Grüne
Schwan", das Schweizer Steinbock-Label oder „La Clef verte" für
umweltfreundliche Campingplätze in Frankreich verwirren in ihrer
Vielfalt mehr, als dass sie helfen, und die fantasievollen Namen
täuschen darüber hinweg, dass sie oft nur auf eigenen
Angaben der ausgezeichneten Betriebe beruhen und zu wenig konkret
überprüft werden. Es sei dahingestellt, ob das EMAS-Logo
verlässlicher ist, mit dem die Europäische Union
Wirtschaftsbetriebe (so auch Reiseveranstalter) auszeichnet und alle
drei Jahre überprüft. EMAS ist die Abkürzung für
„Eco-Management and Audit Scheme", man spricht auch von
EU-Öko-Audit oder Öko-Audit. Es ist zu hoffen, dass die
verstärkte Nachfrage nach umwelt- und sozialverträglichem
Tourismus eines Tages auch ein einheitliches Qualitätssiegel
schafft, auf das sich Verbraucher eindeutig verlassen können,
wenn sie nachhaltig reisen wollen.
Im Übrigen ist auch
jeder einzelne Reisende angehalten, sich im Reiseland ökologisch
und sozial verantwortlich zu verhalten und folgende Punkte zu
berücksichtigen:
O Keinen Abfall hinterlassen! Das ist
gedankenlos und unhöflich. O Flora und Fauna schützen!
Keine Pflanzen pflücken und auch keine geschützten Tiere
essen, auch wenn sie noch so sehr als besonderer Leckerbissen
angeboten werden. O Reichtum nicht zur Schau tragen! Kleidung,
Schmuck und Ausrüstung lassen Reisende vor allem in ärmeren
Ländern deutlich als „reich" erscheinen. Man sollte nicht
unnötig Neid hervorrufen und evtl. Diebe animieren.
Nur
wenn viele Bestrebungen einzelner Bereiche, auch beim Reisen,
zusammenführen, kann die kulturelle Vielfalt und natürliche
Schönheit unserer Erde auf Dauer erhalten werden.
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